Damit ist eigentlich das wesentliche gesagt, Rückkehr-Ökumene, danke. Ein anderer Aspekt sei aber noch kurz angesprochen: Es ist die sehr ähnliche Situation wie 1988. Und wie damals wird es vielleicht einen beschränkten personellen Verlust geben, weil sich doch der eine oder andere Priester von den Maßnahmen Roms beeindrucken läßt. Leider, und zu seinem eigenen Schaden! Aber im großen und ganzen wird die Bruderschaft doch unbeschadet und im weiteren Verlauf sogar gestärkt aus diesem Konflikt hervorgehen. Sie ist ja so sichtbar vom Heiligen Geist geleitet! Die treu zur Tradition der Kirche stehenden Katholiken können darüber nur staunen und mit großer Freude und Dankbarkeit erfüllt sein.
Für jeden Katholiken, der von Herzen wünscht, daß Rom wieder zur hl. katholischen Tradition zurückkehrt, ist dies eine mit tiefer Freude erfüllende Nachricht. Vier relativ junge Männer, die ihren starken Glauben durch ihre Bereitschaft, das schwere Bischofsamt zu übernehmen, unter Beweis gestellt haben, verschreiben sich damit auch dem oben genannten Ziel. Übrigens scheint die Leitung der Bruderschaft möglichst genau ihrem Vorbild Erzbischof Lefebvre folgen zu wollen. In beiden Fällen: Ort der Weihen, Econe; Zahl der zu weihenden Bischöfe, vier.
Wenn ein Amtsträger der Kirche sich derart offen und nachdrücklich zugunsten der Priesterbruderschaft St. Pius X. ausspricht, riskiert er wahrscheinlich etwas. Es gehört also Mut und einen starken Charakter dazu. Bitten wir Christus, unseren Herrn, daß er ihm schwer erträgliche Sanktionen ersparen möge.
Weshalb es notwendig ist, gegen bestimmte Konzilsbeschlüsse und damit auch gegen bestimmte päpstliche Anordnungen, die diesen Beschlüssen folgen, Widerstand zu leisten, hat Rückkehr-Ökumene klar dargelegt. Kardinal Müller will aber davon nichts wissen, sondern versteigt sich zu Behauptungen wie z.B. daß Nostra aetate inhaltlich dogmatischen Rang habe, oder daß die bei den bevorstehenden Bischofsweihen Beteiligten der Gnade Gottes verlustig gehen werden. Das ist natürlich theologisch-kirchenrechtlich gesehen Unsinn. Es ist offensichtlich, daß er hier die Gelegenheit sieht seinen persönlichen Animositäten gegen die Bruderschaft einmal mehr Ausdruck zu verleihen. Ohne Rücksicht darauf, ob das sachlich haltbar ist oder nicht.
Gehorsam kann, im kirchlichen Bereich, wie Pfarrer Hans Milch treffend sagt, nur in Übereinstimmung mir dem überlieferten katholischen Glauben gefordert werden. Das war vor dem Konzil für die Gläubigen kein Problem, weil man mit Sicherheit davon ausgehen konnte, daß Rom nur den Glauben rein bewahren will. Diese Sicherheit ist durch das Konzil und seinen folgenden "Reformen" nicht mehr gegeben.